Setup?

Bevor ich hier größere Töne spucke, stelle ich mich besser erstmal als Audioproducer vor.

Unter dem Nickname Mute-atioN bastel ich seit ca. 8 Jahren an Musik. Begonnen hat alles recht spät (mit 21 Jahren) und harmlos (Garageband). Ich konnte zunächst davon zehren, dass ich schon eine Weile mit Begeisterung E-Bass spielte und somit mittels Multieffektboard recht schnell seltsame Sounds erzeugen konnte.
Doch je mehr ich herumprobiert und inspirierende Musik gefunden habe, musste ich mir eingestehen, dass ich mit dieser Ausrüstung nicht die Klänge bilden konnte, die mir vorschwebten.
Um die verschlungenen Pfade zusammenzufassen – es geht ja darum, wie ich im Moment arbeite:
Bei mir haben sich im Laufe der Zeit einige Einstellungen durchgesetzt, die ich als Jugendlicher und junger Erwachsener nicht mitgetragen hätte:

  • Es ist ok, wenn nicht jedem gefällt, was ich produziert habe. Kritik ist wichtig, um besser zu werden.
  • Auch wenn alle nur mit Wasser kochen, gibt es Unterschiede bzgl. Erfahrung, Ausrüstung und (Musik-)Geschmack, die man nicht selten auch hören kann.
  • Musik ist oft mit Arbeit verbunden – vielleicht nicht immer im Sinne von Lohnarbeit. Doch gemessen daran, wie anstrengend und zeitintensiv es sein, Tracks zu produzieren oder Instrumente zu üben bzw. eigene Musik unter die Leute zu bringen, trifft „Arbeit“ das Ganze recht gut.
  • Es ist nicht gesund, nützlich oder zielführend, in jedes sich bietende Musikprojekt einzusteigen. Die Grenzen der eigenen Belastbarkeit wollen ernst genommen werden, wenngleich sie erstmal ausgelotet werden müssen.
  • Gecrackte Software hat oft mehr Bugs als die offizielle Veröffentlichung. Kundensupport und die Aussicht auf Straffreiheit können unheimlich beruhigend sein.

Ihr müsst euch diesen Standpunkten nicht unbedingt anschließen. Sie sollen lediglich erklären helfen, warum mein Bedroom-Studio so ausgerüstet ist, wie ich euch vorstellen möchte.
BAföG sei dank, stand mir während des Studiums genug Geld zur Verfügung, um auf ein wenig Soft- und Hardware zu sparen. Wirklich gelohnt hat sich für mich die Anschaffung eines iMac (2009, also echt mittlerweile ’ne ziemliche Mühle) und einer Logic-Lizenz (Logic8). Native Instruments bietet zwar unheimlich leistungsstarke und gut benutzbare Software an, konnte ich mir jedoch nie leisten. So dachte ich mir eher: Schau lieber, wie weit du mit diesem Setup kommst. Und am Ende heißen meine besten Freunde immernoch „ES2“, „EXS24“, „Ultrabeat“, „Sculpture“ und „Spacedesigner“. Im Laufe der Zeit habe ich mir einige Techniken erschlossen, die ich gerne anderenorts vorstellen möchte.
Außerdem erachte ich Sound-Libraries als wichtige Bestandteile eines Setups. Natürlich kann man einfach die Angebote z.B. von Sample-Genie in Anspruch nehmen. Dort bieten kompetente D&B-Producer wie Billain oder Hybris Audiofiles aus ihrer Produktion zum Verkauf an. Aber nicht jeder wird sich mit der monatlichen Gebühr für die volle Mitgliedschaft anfreunden können [z.B. ich] und das Angebot an Free-Samples ist wirklich überschaubar.
Da hilft es, wenn man sich darum kümmert, eigene Sounds aufzunehmen. Müsste ich meine Einstellung hierzu auf ein Motto verkürzen, würde es wie folgt lauten:
Lieber einmal ein zuverlässiges Mikro bezahlt als ein Sample-Abo.
Für meine Zwecke habe ich nichts beschafft, womit man professionelle Studios beeindrucken könnte – also kein Neumann, kein Earthworks oder AKG. Für das, was ich brauche und mir leisten kann, war das Røde NT2-A genau richtig: variable Richtcharakteristik, 3-stufiger HiPass-Filter und sehr rauscharm. Damit kann man noch einiges anstellen.
Da ich immer noch regelmäßig in die Saiten haue, bietet sich eine DI-Box an, die gleichzeitig als Preamp funktioniert. Für den geneigten Basser kann ich den Sansamp Bassdriver von Tech 21 wärmstens empfehlen.
Abschließend sei noch auf meinen relativ günstigen Field-Recorder von Zoom hingewiesen. Macht Spaß und liefert WAV-Dateien mit ausreichender Bittiefe und Samplerate.